Was sind Kies und Sand?

 

Wie entstehen Kies und Sand?


Über viele Millionen Jahre sorgen Wind, Eis und Wasser für Verwitterung und Erosion freiliegender Gesteine in den Gebirgen, aus denen im Laufe der Zeit kleinstückiger Hangschutt und Geröll entstehen. Gletschereis und Wasser bringen dieses Material talwärts. Auf dem Weg vom Gebirge zum Meer wird das kantige Gesteinskorn je nach Festigkeit des Gesteins weiter zerkleinert und an der Oberfläche immer mehr abgerundet; Kies und Sand sind entstanden. Je länger der Transport dauert, um so größer ist die Selektion der Gesteine durch die Erosions-beanspruchung: harte Gesteine und Minerale sind widerstandsfähiger und bleiben auch nach sehr langen Transportwegen übrig, weiche Gesteine werden nach und nach „aufgerieben“. So ist auch zu erklären, warum im Sandanteil einer Lagerstätte das sehr harte Mineral Quarz vorherrscht, Karbonate dagegen weitgehend verschwunden sind. Solche Selektions- und Anreicherungs-prozesse durch Transport und Umlagerung in Flüssen oder Meeresströmungen führen in einigen Fällen zur Bildung hochreiner Lagerstätten von Quarzsanden und Quarzkiesen, welche für spezielle Anwendungsgebiete besonders geeignet sind.

Lagerstätten


Abgesehen von wenigen Ausnahmen (Tertiär und älter) lassen sich die Kies- und Sandvorkommen in Deutschland dem Quartär zuordnen. Moränenablagerungen südlich der Donau und im norddeutschen Tiefland gehören ebenso zu den bedeutenden Kies- und Sandlagerstätten wie die eiszeitlichen fluviatilen Sedimente entlang der großen Flüsse und deren Nebenflüssen.

Kieslager sind nicht homogen. Es wechseln Schichten mit hohem Sandanteil mit solchen unterschiedlich grober Körnung oder gar tonig-schluffigen Horizonten. Lediglich ein Drittel der Kiesvorkommen stehen irgendwann zum Abbau zur Verfügung, die restlichen zwei Drittel werden wohl nicht genutzt werden können, weil Vorgaben des Grundwasser- und Landschaftsschutzes oder Bebauung einer Nutzung entgegenstehen.

Gewinnung und Aufbereitung

Die Nutzung der Kies- und Sandvorkommen erfolgt im Trocken- oder Nassabbau. Beim Trockenabbau wird oberhalb der Grundwasserlinie ausgekiest. Beim Nassabbau, auf den zwei Drittel der Flächen entfallen, wird das Material unterhalb der Grundwasserlinie abgebaggert. Gewonnen wird so genannter "Rohkies", der anschließend gewaschen und von unerwünschten Bestandteilen getrennt wird. Dann erfolgt in großen Siebmaschinen ein Aufteilen in verschiedene Korngrößen. Abbau und Aufbereitung von Kies und Sand erfolgen ohne aufwändigen Energieeinsatz: Die Zerkleinerungsarbeit hat die Natur bereits übernommen. Wasser zum Waschen der Körnungen wird im Kreislauf geführt. Auch nach der Aufbereitung ist
Kies und Sand pure Natur!